Individuelle und kollektive Traumata beeinflussen, wie Menschen Vertrauen aufbauen, Beziehungen gestalten, Konflikte bearbeiten, Gefühle regulieren und sich sicher oder bedroht fühlen. Kollektive Traumata entstehen, wenn ganze Gruppen oder Gemeinschaften Gewalt, Krieg oder existenzielle Bedrohung erfahren und diese Erfahrungen das gemeinsame Gedächtnis und das Zusammenleben langfristig prägen. Sie wirken sich auf Zugehörigkeit aus – und damit auf die Frage, wie Menschen an Gesellschaft und Demokratie teilhaben.
Studien aus der Friedens- und Konfliktforschung zeigen: Traumatische Erfahrungen wirken nicht nur auf Einzelne, sondern auch auf das Zusammenleben, auf Institutionen und auf gesellschaftliche Diskurse. Unbearbeitete Traumata können Vertrauen in Institutionen schwächen, gesellschaftliche Polarisierungen verstärken und soziale Spaltungen vertiefen.
Diese Dynamiken betreffen die gesamte Gesellschaft – sie sind kein Randthema.
In vielen Communities wirken Erfahrungen von Krieg, Flucht, familiären Verlusten, politischem Druck oder Diskriminierung bis heute nach. Gleichzeitig wirken globale Konflikte – auch aus den Herkunftsländern – auf lokaler Ebene weiter und beeinflussen zusätzlich das Zusammenleben in den Communities. Traumatische Erfahrungen prägen die Wahrnehmung von Konflikten und die Möglichkeiten, sie konstruktiv zu bearbeiten.
Konflikte gehören zu jeder vielfältigen Migrationsgesellschaft. Sie können produktiv sein, indem sie soziales Lernen, Perspektivwechsel und demokratische Aushandlungsprozesse ermöglichen.
Damit Konflikte tatsächlich zur demokratischen Weiterentwicklung beitragen können, braucht es:
Diese Ausgangssituation bildet den Kern dessen, was wir mit „U transform community“ aufbauen wollen.
Wir entwickeln und verankern traumasensible, friedenspädagogische und communitybasierte Ansätze, die auf Zusammenarbeit, gegenseitiger Anerkennung und geteilter Verantwortung beruhen.
Traumasensibel bedeutet für uns: Wir berücksichtigen, dass belastende Erfahrungen Denken, Fühlen und Handeln prägen können. Deshalb gestalten wir Prozesse so, dass sie Sicherheit fördern, Vertrauen ermöglichen und Überforderung vermeiden.
Wir schaffen Lern- und Dialogräume, in denen Communities ihre Konflikte verstehen, bearbeiten und transformieren können. Dadurch entstehen mehr Resilienz, Empathie und Handlungsfähigkeit – und ein Beitrag zu einer demokratischen, vielfältigen Gesellschaft.
Unsere Arbeit verbindet Wissen aus Forschung, Praxis und gelebten Community-Erfahrungen. So entstehen Räume, in denen Vertrauen wachsen kann und langfristige Formen der Zusammenarbeit möglich werden.
Wir entwickeln ein traumasensibles und communitybasiertes Schulungsprogramm, das Menschen in unterschiedlichen Communities dabei unterstützt, Konflikte besser zu verstehen, bewusst anzusprechen und konstruktiv zu bearbeiten.
Dabei ist zentral:
U transform community ist modellhaft und versteht sich als Lernreise: Wir entwickeln, erproben, reflektieren und dokumentieren gemeinsam – mit Communities und für Communities.
Gefördert durch das Landesprogramm „Hessen aktiv – für Demokratie und gegen Extremismus“ des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz.
Kofinanziert durch das Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW).
Projektlaufzeit: 01.07.2025 – 31.12.2029
Projektträger: Projekt Moses Jugend- und Sozialwerk e.V.

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